Die Moralgeschichte des Bonifatius Kiesewetter |
|
Aus der Sammlung von Hermann Klotz
Schließlich muß in jedem Fache
einer wohl der Größte sein,
und so ist auch ohne Zweifel
festgestellt das größte Schwein.
Jeder kennt wohl seinen Namen
weit und breit im ganzen Land:
Bonifatius Kiesewetter
wird der Schweinehund genannt.
Wenn im Winter durch die Straßen
kalt und rauh der Nordwind weht
und des Abends Sturm und Regen
prasselnd an die Fenster schlägt,
wenn am traulichen Kamine
lauschend sitzt die Kinderschar,
dann erzählt Großmutter ihnen,
wer einst Kiesewetter war.
Wie er mit der Frau Baronin
seine Tag' und Nacht' verbracht,
wie er oftmals unterlegen
leider auch der Bösen macht.
Innig klingen ihre Worte,
traulich tut sie's ihnen kund,
und der kleinen Augen hängen
stillverklärt an ihrem Mund.
Und aus jedem Falle zieht sie
die Moral mit weisem Sinn:
"Merkt euch's liebe Kinder", spricht sie,
"Dann habt ihr davon Gewinn!"
Seinem guten alten Lehrer,
der ihn liebte spat und fruh
schiffte dieser tück'sche Bube
heimlich in die Gummischuh.
Als der Lehrer das bemerkte
war es leider schon zu spat,
hochauf spritzten rings die Wogen,
als er in die Schuhe trat.
Er schlich zu der Gräfin Ziegler
auf das gute Sofa nun
und vollzog in Seelenruhe
was sonst Eheleute tun.
Eine Frau aus niedrem Stande
schreit, wenn sie's nicht haben will,
doch die Gräfin war zu edel,
diese Frau hielt einfach still.
Hin zu einem Bücherladen
lenkt sie ihren Schritt indes,
kaufte, da sie hochgebildet,
etwas sehr Ästhetisches.
Als die Dame zahlen wollte,
und sie zahlte stets in bar,
griff sie in die blanke Scheiße,
was ihr äußerst peinlich war.
Bonifatius, der die Sitte
abgeschmackt und häßlich fand,
legt zum Gruß der Frau Baronin
seinen Piephahn in die Hand.
Nur als eine junge Dame
nach der Toilette wollt,
macht ihr Boni einen Vorschlag,
den man nicht gern wiederholt.
Einem von der Stadtkapelle,
der dort die Trompete blies,
war er längst nicht mehr gewogen,
was er ihm heute merken lies.
Heimlich schiß er die Trompete
bis zum Rande oben voll.
Als der Künstler blasen wollte,
Scheiße aus dem Rohre quoll.
Einer Dame der Gesellschaft
flog ein Klumpen ins Gesicht.
Höhnisch lachte Kiesewetter:
"Dieser Mann vergißt mich nicht"
Agnes war erst jung vermählet,
plötzlich fragt der Schweinehund:
"Mädchen, ist denn Deine Möse
auch so groß als wie Dein Mund?"
Alles macht sich auf die Suche,
da erscheint die holde Maid,
doch sie hatte grüne Flecken
Auf des Kleides Hinterseit.
Plötzlich sah man Bonifatius
über eine Wiese ziehn,
wie bei ihr die Hinterseite
war'n bei ihm die Knie grün.
Als der erste kegeln wollte
und die Kugel nahm zur Hand,
warf er sie nicht nach den Kegeln,
sondern schmiß sie an die Wand.
Alles fragt im Flüstertone:
"Warum streikt der junge Mann?"
Bis der zweite Kegler ausrief:
"Da klebt frische Scheiße dran!"
Endlich, 's war schon gegen morgen,
kam er heim mit schwerem Schritt,
um für Abwechslung zu sorgen,
bracht' er eine 'Dame' mit.
Selten kamen böse Worte über der Frau Gräfin Mund,
diesmal aber rief sie schluchzend:
"Das tut nur ein Schweinehund"
Auf dem Wege in die Kirche
ging es grade eben noch,
aber was sich dann ereignet,
spottet der Beschreibung doch.
Grad beim Paternoster-Beten
furzt das alte Schwein so laut,
daß es selbst die stärksten Männer
jählings aus der Kirche haut.
Als der Priester Gottes merkte,
was geschah in seinem Haus,
blickt er schmerzerfüllt gen Himmel,
und dann ging auch er hinaus.
Bonifaz, der selbst der Kirche
Heiligstes nicht estimiert,
dachte, wie er dieses Kunstwerk
aufs Gemeinste profaniert.
Einen Arschwisch - frisch vom Lokus -,
der von brauner Scheiße trieft,
legte er mit breitem Grinsen
grad in den Kolosserbrief.
Als sie wiederum es brauchte,
suchte sie es kreuz und quer
voller Angst und großer Sorge
in dem ganzen Schloß umher,
bis sie es bei Bonifazius,
diesem alten Schweinehund fand,
der es sich beim Gartenfeste
um den Leib als Schärpe band.
Bonifazius Kiesewetter,
der ihr dieses abgelauscht,
hat mit einem Stacheligel
heimlich diesen Schwamm vertauscht.
Als sie sich nun waschen wollte,
denn sie kam vom Scheißhaus jetzt,
hat sie mit des Igels Stacheln
sich den ganzen Arsch verletzt.
Doch, was sie dort schauen mußte,
hat sie wirklich sehr verdrießt,
Filzlaus sah man neben Filzlaus,
an die tausen, aufgespießt.
Alle Gäste sind versammelt,
Bonifazius kommt zu spät,
endlich kommt er angerammelt,
worauf großer Lärm entsteht.
Brüllend kommt er angerannt,
vorn, der Stall steht sperrweit offen,
und die Nille in der Hand
hält er und ist ganz besoffen.
Vorgebeugt stand diese da,
hatte nichts von ihm gehört,
doch sie ward von Bonifazen
in gemeiner Art gestört.
Mit der List des Schweinehundes,
dem ein jedes Loch bekannt,
hat mit Lust er seinen Piphahn
ihr von hinten eingerammt.
Bonifazius trat ins Zimmer,
und was tat das schwarze Schwein?
greift der armen, kranken Gräfin
mitten zwischen beide Bein'.
Als er sich nun überzeugt hat,
Spricht er dann 'Soviel ich weiß,
ist es kaum was von Bedeutung,
nur die Möse etwas heiß!'
Bonifazius mußt' sich schämen,
und es nahte schon der Bruch,
Bonifazius weinte Tränen,
griff nach seinem Taschentuch.
Als er dieses zücken wollte,
fiel ihm ein Kondom heraus,
wütend schrie der Schwiegervater:
"Mensch, verlassen Sie mein Haus!"
Statt Kollegs zu frequentieren,
trieb er Unzucht früh bis spät,
mit der Tochter seiner Wirtin,
der er oft Gewalt antat.
Als er auf dem Rektorballe,
selbst im Frack und Cerevis,
mitten auf die Tafel kackte,
jedermann den Saal verließ.
Doch, wie er auch schob und drückte
und sich wie ein Schwein benahm,
merkte sie zwar daß er fickte,
aber nicht ein Tropfen kam.
Als sie nicht mehr mittun wollte,
da er garnichts fertig kriegt,
sagte er: 'Mir umso lieber,
eh' nichts kommt, bezahl ich nicht.'
Doch schon nach den ersten Worten
war es allen Mädchen klar,
daß der Gast, der g'rad gekommen,
ein besoff'nes Ferkel war.
Wie er diesmal sich benommen,
das spricht Schild'rung Hohn,
erst, als sie den Louis riefen,
macht er eilig sich davon.
'Kommen Sie', so sprach die Dame,
morgen doch zu uns zum Tee,
denn wir haben große Fete,
's kommt zu uns die Haute Volee!'
Bonifazius, dieser Lümmel,
sprach: 'Das läßt mich völlig kalt,
doch gestatten Sie die Frage,
wird dabei denn auch geknallt?'
Kaum war er im Hause drinnen,
wollt' er schon nach oben geh'n,
doch die Dame, die ihn kannte,
wollte erst das Handgeld seh'n.
Bonifazius lachte höhnisch,
zeigte einen Taler ihr,
als das Mädchen er verarztet,
drängt er rasch sich durch die Tür.
Alles Rufen war vergeblich,
schrecklich fluchte sie alsdann,
und sie läßt seitdem zeitlebens
keinen ohne Handgeld ran.
Schlich sich zu der Gräfin Ziegler,
fand sie auf dem Sofa ruh'n,
und vollzog in Seelenwonne,
was sonst Ehemänner tun.
Eine Frau aus nied'rem Stande
schreit, wenn sie's nicht haben will,
diese Frau war viel zu edel,
schweigend litt sie und hielt still.
Als er nun sein Werk vollendet,
sprach die Gräfin: 'Hör mich an,
manchen Schweinhund lernt' ich kennen,
keiner reicht an Dich heran!'
Bonifaz, der diese Sitte
abgeschmackt und albern fand,
legte schmunzelnd der Baronin
seinen Piphahn in die Hand.
Kaum hat das Diner begonnen,
rief er lauten Halses barsch:
'Hoffentlich gibt's Reis mit Scheiße,
frisch gebuddelt aus dem Arsch'.
Und dann später beim Dessert,
rief er in noch laut'ren Ton:
'Hoffentlich gibt's Nillenkäse!'
Das verdroß sogar Herrn Kohn.
Nämlich in der Kaffeepause
gab es Nüsse und Konfekt,
hier benahm er sich recht tacktlos,
nein, er war gemein direkt.
Plötzlich sieht man Bonifazius,
da der Nußknacker verlegt,
wie er mit dem Piephahn, lächelnd,
eine harte Nuß zerschlägt.
Gott sei Dank, ließ von den Gästen
einer gleich das Licht ausdreh'n,
'Bonifaz', rief die Frau Gräfin,
'Das will ich nicht wieder seh'n '
Bonifazius Kiesewetter,
dieses alte Rübenschwein,
schenkte unserm Fritze Sachen,
die schon wirklich nicht mehr fein:
Eine alte Tripperspritze,
deren Mundstück schon ganz krumm,
und, mit durchgeschwitzten Rändern,
auch ein Suspensorium.
Leider merkt' man's am Geruche,
daß was nicht in Ordnung war,
'Bonifaz', sprach die Frau Gräfin,
'Diesmal liegt's an Ihrem Haar'.
Kiesewetter nickte traurig:
'Das wär's wenigste wohl noch,
schwerlich wohl nach Rosenwasser
riecht es auch aus Ihrem Loch.
Doch was andres ist mir peinlich,
wie Sie sich wohl denken können,
eben fühl ich eine Filzlaus
über meinen Schädel rennen.
Quelle:
![]() | |||
| Frigger's humorige Seiten: www.frigger.de |
|
||