Dümmer als die Polizei erlaubt

Noch mehr unter: Verbrechen lohnt nicht

Sie lassen Fotos von sich liegen, flüchten in Sackgassen oder schlafen am Tatort ein.

Wenn Ganoven scheitern, dann oft an sich selbst.

Im menschlichen Tun liegt stets der Keim des scheiterns. Glücklose Fußballer schießen über das leere Tor, zittrige Friseure säbeln daneben, nervöse Schauspieler verwechseln das Kostüm. Doch nirgendwo vollzieht sich das scheitern so tragikomisch wie beimKampf der kleinen Ganoven mit ihrem übermächtigsten Gegner: Der eigenen Dummheit.

Einbrecher, die Konzertkarten klauen - und hingehen. Verlorene Zahnprothesen, liegengelassene Postsparbücher - mancherKriminalbericht liest sich wie eine Sammlung menschlicher Unzulänglichkeiten.

Von allen Verbrechergruppen haben es die Bankräuber besonders schwer. Die Kriminalwissenschaftler Wolfgang Servay und Wolfgang Rehm untersuchten für das Bundeskriminalamt in "Wiesbaden" den Bankraub "aus der Sicht der Täter". Nach ihrer Umfrage unter 259Verurteilten glaubt jeder dritte, Bankraub sei ein Verbrechen"ohne Risiko". Nur 75 % der Bankräuber planen ihre Tat - eher schlecht als recht. Kein Wunder, daß 46 % während des großenCoups den Überblick verlieren.

Bei den kläglichen Raubzügen dieser überforderten Ganoven muß ihre besondere psychische Situation berücksichtigt werden. Für jeden dritten Täter war, so ermittelten die Wissenschaftler Servay und Rehmwar "der Bankraub das bisher aufregendste Erlebnis ihres Lebens".

Videoaufnahmen dokumentieren die unfreiwillige Komik manchen Überfalls. Stotternde Räuber "(Ba-Ba-Ba-Ba-Bankueberfall)", über den Kopf gezogene Damenstrumpfhosen mit an der Seite herunterbaumelnden Nylon-beinen, groteske Handgranatenfälschungen. Oder etwa der Versuch, das Kameraauge zu überlisten:

Eine kalte Dusche zur rechten Zeit hätte andernorts die Pleite sicher verhindert. Denn oft ist die Müdigkeit der härteste Gegner des Verbrechers.

Ihrer fast schon sympathischen Schusseligkeit verdanken all diese kleinen Ganoven, daß sie irgendwann vor dem Richter stehen. Doch manchmal kommen sie auch von selbst:

Frigger's humorige Seiten: www.frigger.de Seite Drucken Seite weiterempfehlen