Geschichten zum Schmunzeln

von Hedda König

Mehr auf ihrer Seite: Die Schmunzelpage


Alltagsgeschichten einer Partnervermittlung:

Hedda saß im Büro und trank nun wohl schon die dritte Tasse Kaffee. Was sollte sie sonst machen, denn es war Montag, keine Anzeigen in der Zeitung auf der die Kunden sich meldeten.

Also konnte sie heute nur sogenannte Altkunden anrufen. Das sind Leute die sich irgendwann einmal gemeldet hatten und sich dann, aus welchen Gründen auch immer, in Schweigen hüllten. Sie zog das Telefon zu sich heran und wählte eine dieser Kundennummern. "Guten Tag Herr Siegen, wir haben lange nichts von ihnen gehört, hat sich eine liebe Partnerin für sie gefunden?" säuselte sie in den Hörer.

"Nein, wo denken sie hin", kam es etwas verzweifelt zurück "Ich habe nur nicht mehr angerufen weil ich nicht weiss wie ich in das Düsseldorfer Büro kommen soll." "Aber sie haben doch sicher eine Wegbeschreibung geschickt bekommen Herr Siegen und verfügen über einen fahrbaren Untersatz?"

"Ja sicherlich, aber wie weit ist es denn nun genau? Ich meine wie lange muß ich denn fahren? Das steht nicht drin in dem Brief den ich bekommen habe." Hedda`s Nackenhaare sträubten sich. Verzweifelt starrte sie die Karte an der Wand an um diese Örtchen zu finden in dem Herr Siegen wohnte. Wie sollte sie wissen wie lange er fahren würde? "Wie heißt denn der nächst größere Ort in ihrer Nähe Herr Siegen?" "Das ist doch egal, ich wohne in Kappeln und von da fahre ich auch los",  kam es ärgerlich aus dem Hörer.

Hedda begann zu schwitzen, das war ein besonders harter Brocken. Ihre Kollegin schaute zur Tür herein "helf mir mal", hechelte Hedda ihr zu, "Ich kann dieses Kaff Kappeln nicht finden auf der Karte, muß in der Nähe von Düsseldorf sein. "Das Kabel ihres Telefons drohte langsam das Gerät vom Schreibtisch zu ziehen, so mußte Hedda sich recken um so dicht an die Wandkarte zu gelangen damit sie auch das kleinste Dörflein darauf erkennen konnte. Nach einiger Weile tippte ihre Kollegin mit dem Finger auf die Karte, sie hatte es gefunden.

So, nun mußten sie nur noch schätzen wie weit es sein würde, fast einen Zeigefinger lang bis Düsseldorf. Rechenkünstler spielen oder einfach was sagen? "Herr Siegen, es ist gar nicht weit, zirka 50 km von ihnen. Wäre es ihnen am nächsten Wochenende recht? Samstag um 11 Uhr? Das ist doch sicher eine günstige Zeit für sie?" säuselte sie ins Telefon. "Ja, ja schon recht das könnte ich machen. Aber was sagten sie, 50 km weit weg ist das? Und wie komme ich dann zum Büro in Düsseldorf?"

"Herr Siegen, sie haben doch eine Wegbeschreibung bekommen. Richten sie sich nur danach und sie werden das Büro sicher finden."Ein Schluck Kaffee war nun angebracht, damit Heddas Mundwinkel nicht in dieser ewigen Lächelstellung, das beim Telefonieren mit Kunden angelernt wurde, einen Krampf bekam.
"Aber ich war noch nie in Düsseldorf" kam es weiter kläglich aus dem Hörer. Hedda reichte es bald.

Wahre Begebenheit - die Namen wurden verändert.
 

Weitere Episode aus der Partnervermittlung:

Herr Krone ein Kunde der Vermittlung hatte nun seinen ersten Partnervorschlag bekommen. Aber er hatte sich nie bei ihr gemeldet, obwohl ihm ein Bild der Dame und ihre Telefonummer zugesandt worden sind. Hedda wollte nun der Sache auf der Grund gehen und rief Herrn Krone an.

"Hallo Herr Krone, wir hatten ihnen den ersten Partnervorschlag zugesandt, die nette Frau Seif. Sie war auch ganz gespannt auf sie doch leider haben sie bis heute keinen Kontakt mir ihr aufgenommen". "Gut das sie anrufen, ich hätte mich ansonsten selber bei ihnen in den nächsten Tagen gemeldet. Diese Frau ist ist ganz und gar nicht das Richtige für mich", klang es schlechtgelaunt aus dem Hörer. "Alle Voraussetzungen sind wunderbar Herr Krone, warum glauben sie das sie nicht die Richtige ist? Sie sollten sie doch erst einmal persönlich kennenlernen oder zumindest am Telefon mit ihr Kontakt aufnehmen um sich ein Bild machen zu können." meinte Hedda.

"Das brauche ich gar nicht. Wenn sie nur das befolgen würden was ich ihnen angegeben habe bezüglich meiner Vorstellung der zukünftigen Frau. Aber das ist wohl hier nicht der Fall gewesen. Also bitte notieren sich sich das!" "Wie bitte?" Hedda schluckte. "Sie sollen mitschreiben!" herrschte es hier aus dem Hörer entgegen. "Also, ich wünsche das meine Frau katholisch ist, aus guten Hause, sich in der Landwirtschaft gut auskennt, sparsam müßte sie sein und nicht unter dreißig aber auch nicht über Mitte dreißig", sprudelte er hervor. "Haben sie?"

"Ja, habe ich alles," meinte Hedda leicht belustigt, während sie sich eine Zigarette anzündete und sich zurücklehnte, nicht ohne vorher den Lautsprecher anzustellen, denn ihre Kollegin sollte seine Forderungen auch mitbekommen. Damit auch ja nichts vergessen würde. "Gut", meinte Herr Krone zufrieden und fuhr in seinen Äußerungen fort.

"Gut aussehen soll sie selbstverständlich, man will sich ja nicht blamieren. Es gewohnt sein jeden Sonntag in die Frühmesse zu gehen, auf keinen geschieden oder gar mit Kind. Ganz im Vertrauen......ich hätte es am liebsten wenn sie noch keine Erfahrungen mit Männern gehabt hätte, schließlich will man eine Jungfrau zum Altar führen. Gesund müßte sie sein, arbeitswillig und gut kochen können. Schöne lange schwarze Haare und braune Augen sollte sie haben und einen wohlklingenden Vornamen wie zum Beispiel - Heidemarie - denn die Heide mag ich sehr. Kennen sie sie Lüneburger Heide? Na ja, auf jeden fall sollte sie adrett gekleidet sein, nicht so eine mit diesen Absatzschuhen, schließlich wohne ich auf dem Lande. Auch keine Schminke darf sie nehmen, ich mag die natürliche Schönheit. Schlank ist natürlich selbstverständlich, schließlich bin ich selber schlank. Die Größe ist ja klar, kleiner als ich aber nicht zu klein, am Besten 10 cm kleiner das passt genau."

Hedda verdrehte langsam die Augen und ihre Kollegin mußte an sich halten um nicht laut loszulachen. "Und was ich noch vergessen habe," ging es weiter aus dem Hörer "lockig sollten die Haare sein, das sieht viel netter aus, und mit meiner Mutter sollte sie auskommen, sehr gut sogar. Schließlich wohnt sie hier mit im Haus. Und Reinlichkeit, aber das ist ja wohl selbstverständlich.

"Er schien einen Moment Luft zu holen, als Hedda spontan einflocht, "Und welche Blutgruppe soll sie haben?" "Oh, da sprechen sie etwas an das ich ganz vergessen hatte, ich werde mich mit meinem Hausarzt in Verbindung setzen und mich dann wieder bei ihnen melden."

Wahre Begebenheit - die Namen wurden verändert.

© by Hedda König


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