Ähnlichkeiten mit Bekannten des Autors sind voll beabsichtigt und keinesfalls zufällig.
Ähnlichkeiten mit bekannten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wiederum sind reiner Zufall und auf keinen fall beabsichtigt.

Neulich in der Hölle

Von Marco Weidner: www.gags.de.vu


VORWORT:

Hallo, kennt Ihr mich noch? Ja, ich bin es, der kranke (und ziemlich unbegabte) Autor von R+F Wars. Heute präsentiere ich Euch mein neuestes Werk "Neulich in der Hölle". Nein, diese Story hat nichts mit den R+F Wars zu tun. Ich wollt mal was völlig Neues machen. Was richtig Ernstes. Ja! Ihr habt richtig gelesen. Was ERNSTES!! Ihr glaubt mir nicht? Was soll das heißen, das kann ich nicht? Natürlich kann ich das! Ich geb’ Euch ein Beispiel:...äh............ähm...........also......na gut, Ihr habt Recht. Ich kann wirklich nichts Ernstes schreiben. Und auch diese Geschichte ist mal wieder eine totale Blödelei geworden. Obwohl ich mit besten Absichten an diese Sache rangegangen bin. Ehrlich!

Wie der Titel schon sagt geht es in diesem Stück ziemlich "unterirdisch" zu. Tiefschwarzer Humor garantiert!!! Hier wird alles gnadenlos verarscht was irgendwie mit Kirche und Religion zu tun hat. Ich hoffe Ihr haltet mich nachher nicht für einen Satansanbeter, oder so. Wer allerdings ein Problem mit solcher Art von Humor hat sollte lieber nicht weiterlesen. Auf Anzeigen oder anonyme Drohbriefe kann ich nämlich verzichten.

Nun, wie dem auch sei... Wie bei R+F Wars schlüpfe ich wieder in die Rolle des Helden und erzähle die Geschichte aus seiner Sicht. Diesmal kann ich allerdings nicht auf persönliche Erfahrungen zurückgreifen, da ich noch nicht tot bin. Und das soll auch vorerst so bleiben! Obwohl, nach der Veröffentlichung dieser Story wird sich meine Lebenserwartung vermutlich drastisch verkürzen. Besonders wenn meine Freundin diesen Wisch hier zu lesen kriegt. Nun ja, aber das ist Berufsrisiko.

Lange Rede kurzer Sinn, ich wünsch’ Euch viel Spaß beim Lesen und alle anderen sollen doch zum Teufel gehen...

KAPITEL 1 - Der Auftrag

Der azurblaue Himmel erstrahlt im hellen Licht der Sonne. Eine sanfte Brise umspielt die Halme des saftigen, grünen Grases und die Luft ist erfüllt mit dem Duft des Frühlings. In der Nähe weiden ein paar Kühe und ein kristallklarer See erstreckt sich vom nahen Waldrand bis hin zum Horizont, wo sich die majestätischen Berge erheben. An einem schattigen Plätzchen lasse ich mich nieder und blicke gen Himmel wo die Vögel ihre unermüdlichen Bahnen ziehen. Schön, nicht? Hier will ich bleiben. Für immer... Ich lege mich ins Gras und schließe die Augen.

Ich muß wohl eingenickt sein, denn als ich wieder die Augen öffne riecht die Luft irgendwie gar nicht mehr so frisch. Ich schaue nach Oben und, oh Gott, ein riesiger Hintern schiebt sich in mein Blickfeld. Ich höre noch ein genüßliches "Muhhh" und dann scheißt mir das Rindvieh direkt auf den Kopf.

Schreiend wache ich auf!! Ahhhhhhhh!!! - Nur ein Traum...Satan sei Dank.

Fluchend ziehe ich mir einen gammeligen, nassen Lappen aus dem Gesicht und schmeiß ihn an die Wand (wo er zunächst kleben bleibt und dann mit einem schmatzenden Geräusch auf den Boden klatscht).

ASTAROD (mit der üblichen dreckigen Lache): Du hast heut’ Putzdienst, Boni. Schon vergessen?

ICH: Scheiße.

Mühsam rappele ich mich auf.

ICH: Ich heiß’ Mephisto, du Arsch. Und zwar schon seit mehr als 300 Jahren!

ASTAROD (keck): Is’ gut Boni. Und jetzt putz!

Ich geb’s auf... Ich heb’ den ekeligen Lumpen auf und schnapp mir einen Putzkübel.

ICH: Hab’ dich hier lang nich’ mehr gesehen. Was hast’n so gemacht, die letzten 30 Jahre.

ASTAROD: Och, ‘n paar verlorene Seelen gequält, mich mit heißen Bräuten aus der Abteilung für Hexenverbrennungen vergnügt... Hab’ auch ein paar coole Typen aus’m Krematorium kennengelernt. Aber du kennst das ja, das Übliche halt...

ICH (frustriert): Ja, schön wär’s. Du weist doch, seit der Sache mit Dr. Faust, läßt mich der Alte hier nicht mehr raus. Dabei hatte ich den Vertrag schon so gut wie in der Tasche. Er war schon unterschrieben!

ASTAROD (achselzuckend): Ja, aber nicht notariell beglaubigt. Dir als ehemaligen Steuereintreiber dürfte sowas eigentlich nicht passieren. Peinlich!

ICH: Ich war damals noch nicht lange bei euch und wußte nicht, daß das für einen "Ich-Verkauf-meine-Seele-für’n-Spottpreis-Vertrag" auch gilt.

ASTAROD: Ja was glaubst du denn, wer das Vertragswesen erfunden hat? Der liebe Gott vielleicht? Der bringt doch sowas Fieses gar nicht auf die Reihe.

ICH: Ich dachte früher immer die Juden waren das! Ach, apropos Gott. Da fällt mir ein, hast du meinen Antrag auf Fegefeuer beim Alten abgegeben?

ASTAROD (sich an den gehörnten Kopf greifend): Ja richtig! Ich wußte doch, daß ich irgendwas vergessen habe! Mach’ ich gleich Morgen!

ICH (entsetzt): Morgen? Der Abgabetermin war vor 20 Jahren!

ASTAROD: Hm, was soll`s. Der nächste Termin ist, glaub ich, schon in 500 Jahren.

ICH: Toll.

ASTAROD: Gefällt’s dir hier etwa nicht? Ich bin schon seit 10000 Jahren hier.

ICH: Ja, aber du bist ein Erzteufel, ich nur ein einfacher Beelzebub. Du kannst hier machen was du willst.

ASTAROD (abwehrend): Dafür mußt du dir nicht dauernd das Gesülze vom Alten anhören. Immer diese ewige Jammerrei: ‘Ach, hätt’ ich damals nicht... Ach, wäre ich damals nur... und Gabriel dieser Verräter...’. Du kannst dir nicht vorstellen wie einem das nach 10000 Jahren auf die Nerven geht.

ICH: O.K., dann tauschen wir!

ASTAROD: Niemals, hä,hä,hä! Putz du nur schön das Blut vom Opferaltar und sieh’ zu das du die Eingeweide fachgerecht entsorgst, Bonilein.

ICH (genervt): Bist du eigentlich nur gekommen um mir auf den Geist zu gehen oder wolltest du was Bestimmtes von mir?

ASTAROD: Hm, ja richtig. Da war noch irgendwas. Wo hab’ ich nur meinen Kopf?

ICH: Für gewöhnlich zwischen den Beinen einer Höllenhure.

ASTAROD: Hey, für sarkastische Sprüche bin ICH zuständig! Also was wollt’ ich sagen? Genau! Der Alte will dich sehen. Und zwar sobald du hier fertig bist.

Mir wird etwas flau im Magen...

ICH (vorsichtig): Und warum...?

ASTAROD: Hmpf, was weis ich. Vielleicht wirst du ja versetzt...in die Folterabteilung.

ICH: Wäre nicht das Schlechteste...

ASTAROD: Dacht’ ich mir schon, daß dir das gefallen würde, du kleines perverses Schwein, du,hä,hä.

ICH: Nein, nicht deswegen, du Arsch! Aber es gibt immer genug zu essen, frisch und sogar noch warm. Ich hab’s satt immer nur das Gedärm vom Boden essen zu müssen. Ich sehne mich schon seit Ewigkeiten nach einem saftigen Herz!

ASTAROD: Und genau deshalb wirst du’s nie bekommen. Vergiß nicht, du bist hier in der Hölle! Har, har, har!

ICH: Dir macht das hier wirklich Spaß, oder?

ASTAROD: Ich bin ein Erzteufel! Natürlich macht es mir Spaß andere zu quälen. Und du solltest langsam auch Gefallen daran finden, wenn du nicht ewig so ein kleiner Beelzebub bleiben willst.

ICH (seufzend): Was hab’ ich nur getan, daß ich hier her gekommen bin?

ASTAROD (schallend lachend): Du warst Beamter. Das ist ja wohl Grund genug! Du hast Glück, daß wir dich nicht gleich zu den verlorenen Seelen abgeschoben haben so wie Luis Trenker und Mutter Theresa.

ICH (erstaunt): Mutter Theresa ist in die Hölle gekommen?

ASTAROD: Na ja, eigentlich hätte sie das Jüngste Gericht freisprechen müssen. Aber irgendwie hat so ein dusseliger Gerichtsdiener ihre Akte mit der von Charles Manson vertauscht. Da war’s natürlich Essig mit Paradis, und so. Azrael hat dann gleich kurzen Prozeß gemacht. Zack, zack Rübe ab. Und ab mit ihr in die Ewige Verdammnis. Der kennt da nix. Tja, Justizirrtum sozusagen. HÄ, HÄ, HÄ.

ICH: Laß’ mich raten. Du hast den Gerichtsdiener bestochen.

Astarod grinst hämisch:-))))

ASTAROD: Man tut halt was man kann!

ICH: Du fieses Schwein!

ASTAROD: Danke auch. So, ich muß jetzt wieder, adios.

Astarod breitet seine gewaltigen Flügel aus und schwingt sich in die ewige Nacht hinaus. Weg isser! Kann nicht behaupten, daß er mir fehlen wird...

4 Stunden später stehe ich vor dem gigantischen Eingangstor zu der Zitadelle des Satans. Der "Kathedrale der Schmerzen". Ihr merkt schon, er hat so einen leichten Hang zum Theatralischen. Belial der Todesengel hat heut’ Wachdienst. Gelangweilt sitzt er auf einem Knochenhaufen und stochert lustlos in einer zerstückelten Leiche rum. Als er mich kommen sieht, richtet er sich müde auf und zeigt mit seinem Flammenschwert auf mich.

BELIAL (genervt): Wilkommen, in der Heimstatt des Bösen, Residenz unseres grausamen und ungnädigen Herrschers, bla, bla, bla...fürchte sein Antlitz und so weiter...was ist dein Begehr niedere Kreatur...?

ICH: Oh, das war aber jetzt nicht sehr enthusiastisch.

BELIAL (murrend): Hm, war die Kurzfassung. Hätte ich die ganze Litanei aufgesagt, wären wir morgen noch nicht fertig.

ICH: Bist wohl nicht sehr glücklich mit dem Job hier, was?

BELIAL: Hach, das is alles so ungerecht. 3000 Jahre hatte ich den geilsten Job hier unten. War Scharfrichter. Das war Action, sag ich dir. Da sind die Köpfe nur so gerollt.

ICH: Und warum jetzt nich’ mehr?

BELIAL (säuerlich): Ach, scheiß die Wand an. Der Alte hat doch jetzt diesen Azrael eingestellt. Meinte, er hätte irgendwie die bessere Ausstrahlung. Nur weil er kein Gesicht mehr hat und nie das Maul aufbringt. Na ja. Recht hat er schon irgendwie. War vielleicht etwas unpassend, daß ich bei jeder Hinrichtung ‘Always look on the bride side of live’ gepfiffen hab’. Außerdem hat Azrael eine Art, da läuft’s sogar mir eiskalt den Buckel runter.

ICH: Kenn’ ihn nich’. Bei meiner Verurteilung war der noch nicht da.

BELIAL: Irgendwie trau’ ich dem nicht. Hat früher mal für Gott gearbeitet. Dieses bibeltreue Pack ist hinterhältiger als wir es je sein können. Bestes Beispiel: Katholische Kirche. Aber was soll’s. Der Alte hatte wahrscheinlich mal wieder einen Anfall von Nostalgie. Du weißt ja, er war früher selber mal einer von denen.

ICH: Mhm. Du, was anderes. Astarod sagte der große Meister will mich sprechen. Stimmt das, oder hat er mich bloß wieder verarscht?

BELIAL: Doch, doch, das stimmt schon. Ich glaub’ er erwartet dich bereits. Geh’ nur. Du kennst ja den Weg.

ICH: Jo. Mach’s gut.

BELIAL: Und tschüs...

Ich wandere durch die Finstern blutbeschmierten Korridore der Festung. Hin und wieder stolpere ich über einen Totenschädel oder irgendwelches Gedärm. Dem Satan kann man ja vieles nachsagen aber viel Sinn für Ästhetik hat der nicht. Was hier ein paar Lampen und Raufasertapeten alles bewirken könnten! Na ja, aber immerhin ist das seine Burg. Soll er leben wie er will. Irgendwann komme ich an die Tür zum Thronsaal. Ein zweiflügliges Tor mit hübschen Ornamenten drauf. Mal sehen: Zwei fickende Hyänen. Eine Hexenverbrennung. Die Schlacht um Rom... Hey, das hier ist neu: 3 Schwule Bergziegen treiben es mit einem Gimmihuhn. Na ja, Geschmackssache. Ich klopfe an... Zunächst passiert nichts. Dann aber wächst plötzlich ein Kopf aus der Tür. Es ist Hasi, der Kobold. Armer Kerl. Ist wirklich tragisch ums Leben gekommen. Erstickt an seinen eigenen Eiern. War aber selber schuld. Man geht auch nicht als Mann, unbekleidet in ein Lesbenlokal. Schon gar nicht wenn man sich "Bunnys laßt euch vögeln" auf die Brust tätowiert hat.

HASI: Boni!! Lang nich’ mehr gesehen!

ICH: Hi, Hasi. Ich muß zum Boß.

HASI: Ooch, das hat noch Zeit. Hab’ ich dir eigentlich schon erzählt wie Jimmy Hendrix und ich ...

ICH: Ja, hast du. Ungefähr 1000 mal.

HASI: Du kennst bestimmt noch nicht die ganze Geschichte...

ICH (genervt): Doch. und jetzt laß mich durch.

HASI: Aber ich bin doch immer so einsam und überhaupt...

ICH: Hasi halt’s Maul und laß mich durch!!!!!!!

HASI: is’ ja gut, is’ ja gut...

Das Tor öffnet sich. Ich betrete eine riesige Halle. Die Wände sind aus schwarzem Obsidianstein. Gewaltige Leuchter mit schwarzen Kerzen hängen von der Decke. Ein hübscher Lavaspringbrunnen mit obszönen Verzierungen blubbert friedlich vor sich hin. Es riecht nach Schwefel und dichte Dampfwolken steigen aus Bodenspalten nach oben. Beeindruckend. Aber Satans Knochenthron ist leer.

ICH: Hasi?

HASI: Hm?

ICH: Wo ist er?

HASI: Beim pokern. Wird wohl noch ‘ne Weile dauern. Immerhin geht’s dabei um 500 verlorene Seelen. Ich sagte doch wir ham’ noch Zeit.

ICH: Wer ist so blöd und glaubt, daß er dem Teufel beim pokern 500 Seelen abknöpfen kann.

HASI: Der liebe Gott.

ICH: Ups.

Also warten wir und ich darf mir zum 1001ten mal Hasis bescheuerte Story anhören. Immer diese Hippies! Bin froh, daß ich ein früherer Jahrgang bin. Er ist noch nicht lange hier. 30 Jahre oder so. Aber der lernt auch noch wann er’s Maul halten muß. Nach ungefähr einer Stunde unterbreche ich seinen Redeschwall.

ICH: Sag’ mal Hasi, kannst du mir erklären wie ein Volltrottel wie du Satans Leibdiener werden kann.

HASI: Huh? Connections Alter!!! Was sonst! Ich weis wo’s den besten Stoff gibt!

ICH: Sowas dacht’ ich mir schon.

Plötzlich wird die Halle von einem donnernden Dröhnen heimgesucht, der Boden scheint zu vibrieren und Splitter so groß wie mein Kopf, fallen von der Decke.

SATAN: SCHEIßE!!!!!

Hasi schaut mich mit schreckensgeweiteten Kulleraugen an. Jegliche Farbe ist aus seinem Gesicht gewichen.

HASI (äußerst besorgt): Mist, schon wieder verloren.

ICH: Das bedeutet nichts Gutes, oder?

HASI (kopfschüttelnd): Eher nich’, nee...

Satans bebende Schritte kommen immer näher. Ich kann seine Schwefelausdünstungen schon riechen. Seine Hufe lassen die Halle erzittern. Klack, klack, klack...flutsch...WUMMS...klonk, klonk, klonk!

Satan kommt eine Treppe heruntergepurzelt.

SATAN: Ahhh, Kaaaacke. Haaaaasiiiiii!!! Du verkommenes Stück Dreck!

Obwohl es kaum mehr möglich scheint...Hasi wird noch etwas blasser.

SATAN: Hasi!! Wie oft habe ich dir gesagt, du sollst deine Eingeweide nicht auf der Treppe rumliegen lassen! HASI !!! Wo steckt dieser elende kleine Wurm!! Ich beiß’ ihm den Kopf ab und scheiß’ ihm in den Hals!

Hasi ist verschwunden! Wohl besser für ihn.

Der Alte richtet sich mühevoll auf, seine Flügel sind zerknautscht und auf dem Kopf scheint langsam ein drittes Horn zu wachsen. Außerdem starrt er vor Dreck. Nicht sehr furchteinflößend. Eher bemitleidenswert. Verwirrt wirft er einen Blick in die Runde bis sein stechender Blick an mir haften bleibt. Da steh’ ich nun, einsam und verloren im riesigen Thronsaal des Teufels. Seine Augen scheinen mich sezieren zu wollen. Kein behagliches Gefühl, kann ich euch sagen!

SATAN: Und wer bist du?

ICH: Ähm, ähh, also ähm...

SATAN (belustigt): Ähm? Seltsamer Name.

ICH: Nein, Meister..ich, ich heiß’ Mephisto.

Der Alte kommt, schief grinsend, auf mich zu und legt freundschaftlich eine seiner gewaltigen Pranken um meine Schultern.

SATAN: Mephisto, interessant. Also, Mephisto, das was eben passiert ist, also das hast du natürlich nicht gesehen, nicht wahr?

Seine Krallen bohren sich tief in meine Schultern. Ein widerliches knirschen ist zu vernehmen und ich hab das Gefühl mein Schlüsselbein hat sich so eben verabschiedet.

SATAN (zuckersüß): Ansonsten könntest du nämlich ziemliche Schwierigkeiten mit dem Auflesen deiner Körperteile bekommen. Wir haben uns verstanden, oder?

ICH (gequält): Und wie!!

SATAN (fröhlich): Gut!! Dann laß uns mal deine Akten überprüfen. Azrael!!

Plop! Wie aus dem Nichts taucht Azrael der Racheengel auf. Er sieht wahrhaft teuflisch aus. Er ist in eine lange schwarze Kutte gehüllt. Riesige Engelsschwingen wachsen aus seinem Rücken. Dort wo sein Gesicht sein sollte befindet sich nur eine graue, wabernde Masse. Nur zwei grünlich schimmernde Augen stechen daraus hervor. Diese Augen... grauenhaft!! Sein schwarzes Schwert ist fast doppelt so groß wie ich. Belial hatte recht. Der Kerl ist nicht ganz sauber...

Azrael kramt ein, in Menschenhaut gebundenes, Buch unter seiner Robe hervor und reicht es dem Alten.

SATAN: So, wollen mal seh’n... ah ja! Bonifatius Kleinmeier. Geboren 1680, gestorben 1704. Oh, so Jung?

ICH (schulterzuckend): Pest.

SATAN: Ah so. Also weiter. Ausbildung als königlicher Steuereintreiber. Hm, ganz schön fies. Ahh, jetzt wird’s interessant. Verurteilt zu 1000 Jahren Hölle mit Antrag auf Fegefeuer und Erlösung. Bis jetzt noch keiner gestellt. Gefällt’s dir hier so gut, oder was?

ICH: Astarod hat vergessen den Antrag abzugeben.

SATAN: Hm, das sieht ihm ähnlich. Nun gut, weiter. Vor 270 Jahren in den satanischen Saatdsdienst übernommen als Mephistopheles der Beelzebub. Einige erfolgreiche Vertragsabschlüsse. Hm, ganz nett. Ups, wasn’n das? Ach ja! Diese leidige Geschichte mit Dr. Faust. Das war ganz schön übel, Freundchen.

ICH (kleinlaut): Äh, ich weiß.

SATAN: Na, ja. Sowieso schon verjährt. Die letzten 200 Jahre Putzdienst bei den Opferaltären.

Der Alte schließt das Buch und gibt es Azrael zurück. Dieser schwebt lautlos davon.

SATAN (grinsend): Und du fragst dich jetzt sicher warum ich dich gerufen habe, nich’?

ICH: Ja, Eure Niederträchtigkeit.

SATAN: Ich hab’ einen Spezialauftrag für dich, mein kleiner Beelzebub. Freu’ dich! Du wirst wieder in den Außendienst versetzt. Ich schicke dich und noch ein paar andere wieder auf die Erde. Dort sollt ihr die Seele einer ganz bestimmten Person einfangen. Einzelheiten erfährst du, wenn deine Mitstreiter hier sind. So und jetzt ab mit dir.

Der Alte schnippt mit den Fingern und ich finde mich im Wartesaal wieder. Hier war ich schon einmal. Dort mußte ich auf meine Verurteilung warten. Der Saal ist sehr hoch und wird von schwarzen Marmorsäulen getragen. Er hat keine sichtbaren Ausgänge und die Wände sind mit gekreuzigten Skeletten geschmückt. Wenn man das Erstemal hier ist wirkt das ganz schön gruselig. Aber mit der Zeit, entlockt es einem höchstens noch ein amüsiertes Lächeln. Der Alte steht halt auf solches Zeug. Der Saal scheint sonst leer zu sein. Hm, ich denke das wird wohl noch ‘ne Zeit dauern. Also setzt ich mich auf eine der Totenschädelbänke.

STIMME: Aua!

ICH: Huh, wer ist da!

STIMME: Ich! Und könntest du bitte deinen stinkenden Hintern von meinem zartbesaiteten Haupt nehmen.

Schnell spring ich auf.

STIMME: Puh, fast hättest du mich erdrückt!

Ich hab mich auf einen Totenkopf gesetzt.

ICH: Wer bist du?

STIMME: Ich bin Baphomet. Meine Freunde nennen mich Baphy.

ICH: Und was machst du hier, Baphy?

BAPHOMET: Hab’ ich gesagt, daß ich dein Freund sein will? Hab’ ich? Ich glaub nicht! Also nenn’ mich gefälligst Baphomet.

ICH: Is’ ja gut. Mann, hast du ‘ne Laune.

BAPHOMET: Was würdest du sagen wenn plötzlich so ein riesiger Hintern über dir auftauchen würde und du Angst haben müßtest, daß er dir auf den Kopf scheißt!?!

ICH: Also, ich hatte da mal einen Traum...

BAPHOMET: Ich will’s nicht hören, verstanden!!

ICH: O.k.

BAPHOMET: ...

ICH: Also sag’ schon. Warum bist du hier?

BAPHOMET: Ich war Leiter des Höllenpuffs. Du weißt schon, da wo sie die geilen Bräute abfackeln.

ICH: Bei den Hexen? Cool...

BAPHOMET: Nein, heiß! Heiß, sag ich dir! Hä, hä.

ICH: Und jetzt?

BAHOMET: Der Alte sagte, er hat einen anderen Job für mich. Das war vor 200 Jahren. Und so lange sitz’ ich hier schon. Hat mich wohl vergessen. Hier gibt’s nix Anständiges zu beißen. Sieh’ mal wie ich abgemagert bin. Nur noch Haut und Knochen!

ICH (schmunzelnd) Eher nur noch Knochen!

BAHPOMET (wütend): Halt’s Maul. Hab’ ich dir erlaubt dich über mich lustig zu machen? Hab’ ich? Nein hab’ ich nicht!! Wer bist du überhaupt!

ICH: Mephisto.

BAPHOMET: Ah, von dir hab’ ich gehört. Dr. Faust und so. Sag’ mal heißt du nicht Boni?

ICH (sauer): Hab’ ich dir erlaubt mich Boni zu nennen? Hab’ ich. Nein, hab’ ich nicht, Baphy!!

BAPHOMET (lachend): Ha, ha. Du scheinst mir ein lustiges Bürschen zu sein. Aber wenn du mich noch mal Baphy nennst dann reiß ich dir den Kopf ab.

ICH: Gut, gleichfalls.

Da sitzen wir nun und warten... ziemlich lange... verdammt lange.

Plop. Plötzlich taucht ein ziemlich blutverschmiertes kleines Etwas aus dem nichts auf. Es schwebt mitten im Raum bis es unsanft auf den Boden klatscht.

HASI: Hey, könnte mich bitte irgend Jemand wieder zusammenbauen!

ICH: Hasi!

Ich springe von meinem Sitzplatz auf und lauf’ zu dem Klumpen der mal Hasi gewesen war.

BAPHOMET: Hey nimm mich mit! Ich will’s auch seh’n!!

Also lauf’ ich zurück, klemm’ mir Baphomets Schädel untern Arm und begebe mich wieder zu Hasi. Dieser sieht ziemlich übel aus. Ein Matschhaufen aus dem zwei traurige Augen gucken.

ICH: Der Alte hat dich wohl doch noch erwischt, was?

HASI: Der nich’. Aber seine Höllenhunde.

BAPHOMET: Ouh, übel, übel.

HASI: So’n Mist. Das Meiste von mir is’ jetzt im Bauch von so’m blöden Drecksviech.

BAPHOMET (fies lachend): Ach, mach dir nichts draus. Früher oder später scheißen sie’s schon wieder aus! Hä, hä, hä...

Da muß sogar ich lachen! Bißchen schlechtes Gewissen hab` ich ja schon. Da liegt der arme Hasi zerschmettert am Boden und wir lachen nur recht dreckig. Aber was soll’s. Astarod hat Recht. So wie’s aussieht muß ich wohl noch ‘ne ganze Weile in der Hölle verbringen, dann kann ich wenigstens ein bißchen Spaß dabei haben! Wir verspotten Hasi noch ‘ne ganze Weile. Is’ richtig lustig, weil er sich nicht wehren kann! Ich nehm’ Hasis Augen und setzte sie in Baphomets Schädel ein. Wir brüllen vor Lachen!

ASTAROD: Hey, hört auf mit dem Blödsinn. Der Alte will euch jetzt sehen.

ICH: Ui, hab’ dich garnicht kommen hören.

BAHPHOMET (gehässig): Leise wie ein Karnickelfurz, hä,hä.

ASTAROD: Ja, ja. Los Boni! Schnapp dir den Matsch da am Boden und komm!

BAPHOMET: Hey, und ich? Bitte nehmt mich mit!

ASTAROD: Von dir hat der Alte nix gesagt, Bowlingkugel.

ICH: Komm schon, Astarod. Gib deinem vergammelten Herz einen Ruck!

ASTAROD (seufzend): Na gut, aber du hast die Verantwortung für ihn. Du weißt nicht was du dir da antust, Alter.

ICH: O.k.

Ich heb’ Hasis Überreste auf und stopf’ sie in Baphomets leeren Schädel. So fertig. Astarod schnippt mit den Fingern und -schwupp- sind wir wieder im Thronsaal.

Satan sitzt auf seinem Thron. Er ist sauber und seine Flügel sind auch wieder gerade gebogen. Er hat seine offizielle Hornkrone aufgesetzt. (Wahrscheinlich um die Beule am Kopf zu verdecken.) Jetzt sieht er wieder aus wie der Fürst der Finsternis. Wirklich sehr hübsch. Außer ihm sind noch Belial und dieser abscheuliche Azreal im Saal. Na da bin ich ja mal gespannt was der Alte so zu sagen hat.

SATAN: War das mein Stichwort? Ich glaub’ ja. Also, jetzt da alle hier sind kann’s ja losgehen! Vor einiger Zeit ist es im Paradies zu einem kleinen Unfall gekommen. Sehr bedauerlich. Hä, hä, hä.

Erwartungsvoll blickt der Alte in die Runde. Pflichtschuldig lachen alle. Nur nicht Azrael. Der hat ja keinen Mund.

SATAN: Im Institut für Genschöpfung und Wiederauferstehung auf Wolke 13 ist ein hochgefährliches Versuchsobjekt ausgebrochen. Das Vieh ist eine Zeitlang im Garten Eden untergetaucht und hat sich dann durch die Sicherheitskonrollen am Himmelstor geschmuggelt. Hat sich als Kröte ausgegeben. Hm, der Engel der dort Wache schob war wahrscheinlich ein Österreicher. Wie auch immer. Das Ding lebt jetzt auf der Erde unter dem Namen Stal Riegel. Hat sich dort einen Namen als Folterknecht und akustischer Umweltverschmutzer gemacht. Er bildet psychisch kranke Gehirnmutanten aus, die die Welt mit Volksliedern und anderen seelischen Grausamkeiten heimsuchen. Erst kürzlich ist ihm ein wahres Meisterwerk gelungen. Ein augenloses Monstrum mit tödlichem Jodelvibrato. Er nennt es Corinn a Gay.

ASTAROD (mit großen Augen): Ist das die, mit der wir immer die Gefangenen foltern?

SATAN: Jo.

ASTAROD: Boah, brutal!!!

SATAN: Ja! Ich muß diesen irren Psychopathen haben! Der würde gut hierher passen! Petrus wollte die Sache zwar geheimhalten aber das kann er vergessen! Har, har, har!

BELIAL: Verzeiht die Frage, Eure Abscheulichkeit, aber woher habt Ihr das erfahren?

SATAN: Ha! Vom guten, alten lieben Gott. Das hat er mir beim Pokern verraten. Hab’ ihn das Gras vom Hasi rauchen lassen. Übles Zeug. Der war so dicht, der hätte seine eigene Mutter nicht wiedererkannt.

ICH: Aber der hat doch gar keine Mutter....oder?

Alle schauen mich an. Ups, ich halt wohl besser den Mund.

SATAN: Auf jeden Fall wurde er nach dem zwölften Dübel recht redselig und er hat’s ausgeplaudert. Wollt’ gar nicht mehr aufhören. War aber auch nich’ einfach. Hat mich 500 Seelen gekostet, der Spaß. Aber dieser Stal Riegel ist die Sache wert. Har, har, har.

ASTAROD: Und jetzt?

SATAN (mit glühenden Augen): Ich will seine Seele! Ich will daß er zur Hölle fährt!! Sofort!

ICH: Aber Eure Blutrünstigkeit, müssen wir nicht warten bis er gestorben ist um seine Seele zu hohlen?

SATAN: Dann werdet ihr eben dafür sorgen müssen, daß er eher als geplant aus dem Leben scheidet, har, har, har.

ICH: Ist das denn nicht gegen die Regeln, Eure Gnadenlosigkeit?

Der Alte erhebt sich und kommt auf mich zugestampft, packt mich am Kragen und hebt mich vor sein Gesicht. Er hat üblen Mundgeruch.

SATAN (zischend): Dann dürft ihr euch wohl nicht dabei erwischen lassen. Laßt es wie einen Unfall aussehen. Oder überredet ihn. Vielleicht geht er ja freiwillig mit. Egal wie, ich will seine Seele!!!

Ich: Aber...

SATAN (brüllend): Und wenn dir das nicht paßt, Mephisto, wirst du die nächsten 1000 Jahre damit verbringen die Harphyenkäfige zu reinigen und ihre Scheiße zu fressen!!! Und deinen verdammten Antrag auf Erlösung kannst du dir dann in den Arsch schieben, weil nicht mehr genug von dir übrig sein wird, was man erlösen könnte. Hab’ ich mich deutlich ausgedrückt, du Schmeißfliege!!

ICH: Sehr deutlich... und äußerst bildlich...

Satan läßt mich fallen. Platsch. Gott, ich glaub ich bin taub! Ich lande neben Baphomet, der mich höhnisch angrinst.

BAPHOMET: Du weißt wohl auch nich’, wann du’s Maul halten mußt, was? Hä, hä.

Er läßt ein bößartiges Kichern vom Stapel, dabei kullern Hasis Augen aus seinen Höhlen.

HASI: Hey, mir wird ganz schwindlig!

Allgemeines Gelächter.

SATAN: So, das war der theoretische Teil. Jetzt kommt die Praxis.

Der Alte nimmt seine Hornkrone ab und ersetzt sie durch einen überdimensionalen Stahlhelm. Er zeiht eine qualmende Havana hervor und klemmt sie sich zwischen die Mundwinkel.

SATAN: Marines, hier ist euer Einsatzplan! Das wollt’ ich schon immer mal sagen!

Jetz’ is’ er völlig durchgeknallt.

Astarod, du bist der Kopf der Operation. Du hast die Leitung und bist für die Koordination der Einsetzte verantwortlich. Du hältst ständig Verbindung mit dem HQ.

ASTAROD: Ja, Sir!

SATAN: Baphomet ist ein hinterhältiges, verkommenes Schwein! Genau der Richtige um sich fiese Schlachtpläne auszudenken! Er wird der Planer eurer Einsätze sein.

BAPHOMET: Jo, Sir!

SATAN: Belial, du wirst diese Pläne ausführen! Du bist mein bester Todesengel, brutal und gnadenlos! Außerdem weiß ich, daß dir dein jetziger Job nicht sehr gut gefällt. Ein bißchen Abwechslung tut dir sicher ganz gut!

BELIAL: Sir, ja Sir!!!

SATAN: Mephisto! Du hast im Umgang mit den Menschen am meisten Erfahrung denn du bist noch nicht solange tot wie die anderen und weißt am besten wie’s da Oben jetzt läuft. Außerdem bist du als Beelzebub als einziger in der Lage menschliche Gestalt anzunehmen. Du wirst unser Kundschafter und Verbindungsmann sein!

ICH: Jawohl, Sir!

SATAN: Azrael, wird die Exekutive sein. Wenn ihr diesen Riegel habt, wird Azrael gleich Vorort die Hinrichtung vornehmen und seine Seele zu mir befördern. Außerdem wird er euch im Auge behalten. Dies ist ein ernster Einsatz und ich will nicht, daß ihr Chaoten diese Operation als kostenlosen Urlaub nutzt und nur Blödsinn fabriziert.

AZRAEL: ...

SATAN: Und vergeßt nicht, dieser Einsatz ist streng Geheim. Der da Oben darf auf keinen Fall Wind von der Sache kriegen. Also haltet euch von Pfaffen und Geistlichen fern. Klar?

ALLE: Ja, Sir!

HASI: Und ich? Was ist mit mir?

SATAN: Ah ja, dich hätt’ ich fast vergessen. Astarod!

ASTAROD: Ja?

SATAN: Nehmt ihn mit! Und seht zu, daß ihr ihn irgendwo loswerdet...

Mit freundlicher Genehmigung von Marco Weidner:

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