| Was sie schon immer... | Also wenn Ihr mich fragt... | Festrede |
Übrigens:
Würdet Ihr Kokkulorus, so wie ich das tue, mit oder ohne H schreiben?
Wenn nein, wo würdet Ihr es dann fehlen lassen?
Bevor ich zu Ihnen spreche, möchte ich zunächst etwas sagen.
Ich möchte Ihnen meinen Dank dafür ausdrücken, Sie heute hier versammelt zu sehen, und meinen Dank dafür, daß ich gerade hier und heute und vor allem in einer Zeit wie dieser zu Ihnen sprechen darf.
Aber schließlich ist es ja das, was uns alle hier versammelt hat, dieser Anlaß, den man gerade auch aus der geschichtlichen Entwicklung heraus nicht einfach verdrängen darf, auch wenn genau dies in unserer modernen und schnellebigen Zeit von immer mehr Menschen mit der Bemerkung "Das geht mich nichts an" oder "Das interessiert mich nicht" einfach abgetan wird.
Nein, meine Damen und Herren, ich danke
Ihnen auch dafür, daß gerade Menschen wie Sie nicht einfach
diesen bequemen Weg gehen, sondern ein jeder von Ihnen bereit ist, sich
an die Stelle zu stellen, die die Geschichte und auch unsere
heutige Gesellschaft Ihnen zugewiesen hat. Ich
muß nicht betonen, wie wichtig gerade in unserer Zeit eine genaue
Betrachtung unserer Umwelt und der Geschehnisse um uns herum
ist, denn zuleicht geschieht es, daß Entwicklungen auch
ohne unser Zutun und scheinbar ohne Zusammenhang ihren Fortgang
nehmen, scheinbar unbeeinflußbar. Doch genau darum sind
wir heute hier versammelt. Um unseren Einfluß zu nehmen, sei
er scheinbar noch so klein und unbedeutend. Es müssen
endlich einmal einige Dinge in aller Deutlichkeit gesagt
werden, so unbequem und schmerzhaft dies auch sein mag.
Ist denn alles wirklich so unbeeinflußbar,
wie es uns im ersten Moment scheint? Nein, hochverehrtes
Publikum, wir, die wir versammelt sind, wir wissen, daß
dem nicht so ist, und deswegen sind wir hier und heute allen Widrigkeiten
zum Trotze versammelt. Es liegt immer auch an jedem Einzelnen von
uns, was er an der Entwicklung beeinflussen kann und will. Mit diesem
Wissen ausgestattet, kann ein jeder in diesem Raum morgen in die Welt gehen
und seinen Einfluß nehmen, sich dem
Leben und dieser Herausforderung stellen. Und ist es nicht
genau das, was man von uns verlangt und was wir zu leisten
bereit sind? Welcher Mensch kann sich dem entziehen, will er
verantwortungsbewußt handeln? Sie,
und ich möchte in
aller Bescheidenheit hinzufügen, auch ich,
werden tun, was auch immer uns notwendig erscheint,
die gesteckten Ziele zu erreichen. Und so eint uns hier
in diesem Raum das Gefühl, uns im Bewußtsein um unsere Ziele
und um das Machbare an der Gestaltung der
Wirklichkeit zu beteiligen, einer Wirklichkeit, deren
Gesetzmäßkeiten niemand gegenüber
die Augen verschließen darf.
Sie werden sagen, dazu gehört Mut, und ich werde Ihnen antworten:
Jawohl, meine Damen und Herren, dazu gehört
Mut, und ich denke, die hier Versammelten beweisen
schon durch ihre bloße Anwesenheit diesen Mut. Wer, wenn
nicht Sie, hochverehrtes Publikum, kann sich dieser Aufgabe
stellen und die damit verbundenen Risiken sehenden Auges eingehen.
Ich möchte an dieser Stelle Cicero zitieren,
der da sagte: Audacis fortuna juvat. Jawohl,
meine Damen und Herren, dem Tapferen hilft das Glück,
auch und gerade in Zeiten wie diesen.
Man darf sich der Tatsache nicht verschließen, daß die
Geschichte und das Bild der Gesellschaft immer aus der Summe
der Handlungen aller Individuen ensteht und entstehen
wird, und so sind alle am weiteren Fortgang der Entwicklung
beteiligt. Nutzen wir also unseren Einfluß, und sei er
noch so klein, um an dieser Geschichte unseren Anteil zu haben.
Was uns, meine Damen und Herren, hier versammelt hat, ist, um einen alten Meister zu zitieren:
Mit diesem Wissen ausgestattet, kann ein jeder als Teil mitwirken an der Gestaltung des Ganzen, und es geschieht, was geschieht und geschehen mußte.
Und so schließe ich nun meinen Gedanken mit dem Wusch und dem Wissen, daß das Gesagte gehört wurde. Ich sage Ihnen:
"Herzlichen Dank für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit."
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